Indienreise 2025 -foster homes

16. Februar 2025
Unser Flug nach Mumbai mit Air India startet pünktlich um 20.20 Uhr
Und tatsächlich landen wir nach 15 Jahren einmal früher als erwartet.

Gelandet, heißt für uns noch lange nicht : wir sind da.

Zuerst müssen wir unser Visa vorzeigen, dass wir einreisen dürfen. Ich komme schnell durch und bei meinem Mann fängt das Spektakel an. Der Beamte fragt ihn warum er ein 5-jahres Visa hat und warum er jedes Jahr zweimal einreist. Mit der Antwort gibt er sich nicht zufrieden und ich werde zurückgepfiffen. Glück im Unglück: Der Beamte ist wie wir Katholik. Ich erkläre ihm, dass wir in Indien für die NGO arbeiten und uns um deren Mädchen kümmern. Er sieht mein Kreuz am Hals und ….
Ab geht die Post zum nächsten Beamten. Zoll: Nachdem das Deklarieren beim deutschen Zoll diesmal so anstrengend war, ist mir alles egal. Der deutsche Zoll nahm mich diesmal mit Fragen so auseinander, dass ich schon patzig wurde. Ich gebe zu, dass es mir Spaß macht mich mit Behörden anzulegen. Die werden von uns bezahlt und ich bin der Meinung, dass wir uns deshalb nicht alles gefallen lassen müssen. In Deutschland meinte man, dass sie alle 1000 Namen der Kinder benötigen, welche vom Indischen Regenbogen (in Zukunft nur noch IR) begünstigt werden. Ich musste wirklich lachen und fragen ob er wirklich mit diesen Namen etwas anfangen kann. Es müssten ihm doch eigentlich die Namen und Adressen der 16 Boarding-Häuser genügen. Nein, er wollte die Namen und ich hatte die Liste. Sogar noch eine Kopie. Diese wollte ich ihm aber nicht geben, da ich sie ja vielleicht noch in Indien benötigen würde. Also lies ich sie ihn kopieren.

Zurück nach Indien. Da ging zwar alles schneller, jedoch mit Herzklopfen.
Bevor man einen indischen Flughafen verlassen darf, wird das Gepäck noch einmal gescannt. Eigentlich nur die Koffer. Und noch etwas ist wichtig. Die Person, welche etwas zu deklarieren hat (in unsrem Fall viel viel Geld) muss auch alles bei sich tragen und des darf nicht aufgeteilt werden. Und so war meine Handtasche richtig schwer.
Ausgerechnet bei mir wurde nicht der Rucksack gescannt sondern: die Handtasche. Sah man mir das Geld an der Nasenspitze an? Noch einmal good luck: die Dame schaute an die Decke statt auf den Bildschirm.

Hearty wellcome India. Geschafft, im Land.

Nun geht es an den nächsten Stand, an welchem man ein Auto mit Fahrer mieten kann, da wir ja noch nach Pune ins Haupthaus weiterfahren müssen.
Das geht reibungslos. Man denkt, da wir foreigner sind, uns einen zu hohen Preis verlangen zu müssen; aber auch das habe ich schnell geklärt. Entweder meinen Preisvoranschlag annehmen oder das Auto und der Fahrer bleibe in Mumbai stehen.


Am späten Nachmittag erreichen wir Pune, das Mutterhaus der Fatima Schwestern. Hier muss ich jedes Jahr auch die Bürokratie, wie in Deutschland, erledigen. Auch hier muss ich das Finanzamt bedienen.

Zuerst geht es jedoch zum money changer. Es ist absolut verboten Indische Rupien ein- oder auszuführen. Und wir benötigen Bargeld. Für die Fahrer, Diesel, Essen ….
Der money changer kennt uns schon und freut sich sehr uns wieder zu sehen. Da er weiß, dass wir für NGO arbeiten, bekommen wir von ihm auch einen besseren Kurs.

So, dann mal ab Trimo zu St. Anthoney´s home. Das einzige Boarding house mit Jungs, welches von uns unterstützt wird. Sr. Lydia, selbst an Lungenkrebs schwer erkrankt, kommt mit der Erziehung dieser Jungs an ihre Grenzen. Alle 14 Jungs sind entweder vor die Haustüre der FS (Fatima Schwestern) gelegt worden oder von der Straße geholt. Alle schwererziehbar.

Wir werden im Mutterhaus übernachten, da wir Sr. Lydia nicht noch mehr Arbeit zumuten möchten. Von daher erledigen wir noch an diesem Abend alles Bürokratische mit Mutter Oberin Sr. Maria.

Denn am nächsten Morgen starten wir mit den Jungs zu einem Ganztagesausflug.
Wir haben einen Bus gemietet. Zuerst steuern wir eine Altentagestätte der FS an. Diese wird von Sr. Hilda geleitet. Viele von Ihnen kennen Sie von dem Benefizkonzert in St. Dionysius. Sie arbeitete damals im Altenheim in Rheinstetten und hatte beim Konzert Geburtstag. Wir sangen ihr damals ein Geburtstagsständchen. Wegen Lungenproblemen musste sie zurück nach Indien.
Danach ging es in den Zoo. Was hatten die Kinder für eine Freude. Inder, die noch nie einen wilden Elefanten oder Tiger sahen. Und bei uns ist das in north-east an der Tagesordnung.

Der Höhepunkt war dann der Freizeitpark mit Karussell. Karussell von Hand betrieben. Nicht mit Strom. So etwas gab es in Deutschland noch nicht einmal mehr zu meiner Kinderzeit. Ich werde ganz viele Bilder auf unserer homepage www.indischer-regenbogen.de veröffentlichen.
Wir setzen uns in ein family restaurant und jeder darf nach Belieben bestellen.
Sie glauben es nicht: fast alle bestellten Pizza. Natürlich die indische Variante.

In der Dunkelheit kommen wir zurück. Und, wie uns Sr. Lydia den nächsten Morgen berichtete, schliefen die Jungs noch nie so schnell und ruhig.

Aber auch eine traurige Nachricht wurde uns mitgeteilt. Das Gebäude von St. Anthony´s gehört dem Bischof. Und da die FS den Strom und das Hausmädchen (insgesamt 120€ im Monat) nicht bezahlen können, will er es schließen.
Ich habe dies in meiner WhatsApp Gruppe mitgeteilt. Eine Stunde später hatte ich das Geld für 1,5 weitere Jahre auf unserem Konto. Habe es auch gleich im Büro des Bischofs abgegeben. Zum Glück habe ich ja immer mehr Geld, für unvorhersehbare Aktionen, im Gepäck.
Pech gehabt Bischof !!! Nicht mit dem IR.
Und hier möchte ich mich ganz besonders bei den Spendern bedanken, die sofort reagierten und überwiesen.

Am Mittwoch morgen noch ein kurzer Abschied in St.Anthony`s bevor wir an den Flughafen fahren, um von Pune nach Bangalore zu fliegen.

Am späten Nachmittag kommen wir in Bangalore an und werden von Sr. Florence, die Oberschwester der Bangalore province, und Sr. Cristina abgeholt.

Wir fahren sofort ins Haupthaus Hoskote wo uns 16 hübsch gekleidete Mädchen singend und tanzend erwarten.

Sie tragen die Kleider, welche sie vom IR zu Weihnachten geschenkt bekamen.

Bangalore province bedeutet foster homes. Foster homes children bedeutet: Kinder mit nur einem oder gar keinem Elternteil, mitten im Dschungel lebend. Ausgesetzt oder weggegeben. Ohne IR und FS nie eine Chance auf Bildung.

Wir haben 273 Kinder und übergeben Sr. Florence 36.100 €. Eine stolze Summe für die uns die FS sehr sehr dankbar sind.

Den Kindern haben wir Gummibärchen mitgebracht. Haribo!! Das ist in Indien das Maß aller Dinge sowie auch Ritter Sport Schokolade. Aber Schokolade schmilzt leider sofort und daher haben wir die Schoko schon in Pune verteilt.

Wir spielen mit den Mädchen. Zeigen ihnen auf unseren Handys Schnee und Eis. Beides kennen sie nicht.
Wir besuchen Bhoomika am Krankenbett. Sie lag im Januar 10 Tage wegen eines giftigen Schlangenbisses im Krankenhaus. Sie wäre beinahe gestorben.
Die Kinder müssen hier Gartenarbeit verrichten. Bhoomika hob einen Stein und darunter lag die Viper. Das Mädchen hatte einen schwer kranken Vater verloren und die Mutter suchte sich dann einen neuen Mann. Da dieser kein Interesse an den Kindern aus erster Ehe hat, wurden die Kinder ausgesetzt. Trotzdem verständigten meine FS die Mutter. Nein, sie zeigte kein Interesse an ihrem Kind und kam sie nicht besuchen.
Der Krankenhausaufenthalt kostete die FS 1.100 €
Ein anderes Mädchen hatte weniger Glück. Es verstarb wegen des Nervengiftes an Atemstillstand noch bevor ein Krankenhaus erreicht werden konnte.

Am späten Nachmittag geht es noch weiter nach Kannurahalli. Hier sind die 16 Mädchen aus Manipur untergebracht. Wer unsere Reisen verfolgt, kennt die Mädchen schon vom letzten Jahr. Manipur, ein Bundesstaat in Northeast. Hier werden die Christen von den Hindus verfolgt. Frauen, Mädchen und sogar Kinder werden vergewaltigt und getötet. Regelrecht abgeschlachtet. Teilweise dann tot in den Fluss geworfen. Die ganze Welt sieht zu.
Die Familien werden ihrer Grundstücke und Hütten enteignet. Wer fliehen kann, hat Glück.
Der Erzbischof von Manipur hat uns bei Nacht und Nebel diese 16 Mädchen zukommen lassen. Jedes einzelne ist traumatisiert. Weint und will wieder heim. Weil sie denken ihre Eltern wären noch dort. Wir bezahlen dem Bischof das Schulgeld.
Das Mädchen Ruth z.B. hat zugesehen wie ihre Mutti nach der Ermordung mit einem Seil um den Hals durch das Dorf geschleift wurde.
Es tut mir leid, dass ich Ihnen diese Details nicht ersparen möchte. Ich denke es ist wichtig. Für mein Herz. Da ich so oft gefragt werde warum ich Geld nach Indien bringe. Ich hoffe das ist ein Teil meiner gültigen Rechtfertigung.

Und natürlich hinterlassen wir hier auch Geld für Picknick. Zum Mitgehen reicht uns leider die Zeit nicht


Am 21.02.2025 geht es morgens um 4 Uhr los in Richtung Gnanapuram. Es liegen, lt. Navi, 9.40 Stunden vor uns. Einmal mitten durch den Dschungel. Und das kommt hin.

In dem foster home Gnanapuram leben 16 Mädchen vom Spendenerlös des Weihnachtsbasars vom Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium Durmersheim. Seit Jahren geht der Erlös des Weihnachtsbasars vom WHG nach Gnanapuram und ich bin besonders stolz, da sowohl ich, meine Töchter und meine Engeltöchter dieses Gymnasium besuchten / besuchen. Mit einer ganz lieben Bekannten riefen wir, damals als Elternbeiratsvorsitzende, ins Leben, dass der Spendenerlös an Hilfsorganisationen geht. Damals konnte ich nicht erahnen, dass es einmal den Indischen Regenbogen gibt und der auch dann noch bedacht wird.

Vielen Dank an das WHG. Einen Dankesbrief und ein Video mit dem Dankestanz werde ich Herrn Dornblüth und den Schülern bei der diesjährigen Spendenübergabe Ende März übergeben.

Weiter geht’s nach Tarapalli. Mitten durch den Dschungel, jedoch wirklich auf einer asphaltierten Straße. Weitere 16 Mädchen.

Bevor wir das Haupthaus letzten Mittwoch verlassen, haben wir für alle Mädchen in allen Häusern Päckchen gepackt. Wir haben eingepackt: Seife, Zahnbürste, Kamm, Haarspange, Waschmittel, Strümpfe und Süßigkeiten.
Man glaubt es nicht, wie ein Kind sich über solche Alltagsdinge freut. Immer wenn wir ein Haus verlassen, verteilen wir vorher unsere Päckchen.
Nach der Begrüßung gibt es immer für ein Kind ein Überraschungsei. Diese kaufen wir auf dem Weg von Shop zu Shop. Kein Shop hat so viele Eier wie von uns benötigt werden. Und das ist natürlich auch das Größte für die Kinder. Manchmal gelingt es uns sogar, dass wir Eis kaufen können. Ganz ehrlich: es sieht aus wie schon dreimal aufgetaut. Ich esse keines, aber mein Mann schreckt auch davor nicht zurück.
Sein Motto wenn es um Eis geht: ich trinke Tee aus Brunnenwasser und dusche mich damit. Wir sind Cholera geimpft. Was soll passieren. Jede Mosquito ist gefährlicher. Und recht hat er natürlich. Denguefieber haben wir vor 2 Jahren auch überlebt.
Tarapalli ist wirklich außerhalb jeglicher Zivilisation. Es muss alles von weit außerhalb angeschafft werden. Also alles sehr teuer.
Wir lassen deshalb den Schwester 200 € zusätzlich für Kleider und Schulmaterial da.

Bei der Abfahrt in Bangalore war unser Auto bis obenhin voll bepackt mit Reis, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Kissen, Decken,Duschtücher. Alles was es im Dschungel nicht zu kaufen gibt. In jedem Haus geben wir etwas ab. Nehmen aber auch dort wieder etwas mit was wir noch nicht im Gepäck haben, um es dann in einem anderen Haus wieder abzugeben. Wir sind also ein fahrender Shop. Wir tauschen überall. Schließlich geht es um das Überleben.

Um 18.30, es ist stockdunkel, machen wir uns noch auf den Weg nach Ookal. Wir müssen mit der Zeit gut umgehen.

Ich kann gar nicht genug danken. Dieses Haus war 2024 noch komplett leer. Die FS Missionarinnen hatten 60 Kinder aus dem Umland auf einer Liste, welche unbedingt eine Herberge benötigen. Ich versprach zu helfen. Ehrlich gesagt, hatte ich da noch keine Idee wie. 48 Betten hatten wir schon mal.
Dank meines Spendenaufrufes während der Reise kamen abrupt 4000 € auf das Konto.

Den Rest sammelten wir dann beim Benefizkonzert 2024 in Bad Herrenalb ein. Zum einen kam viel in die Spendenkasse durch den Verkauf der Tickets. Aber auch Herr Honorarkonsul der Republik Indien, Andreas Lapp, zeigte sich mit 9000 € Spende, wieder mehr als großzügig.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal herzlich bei ihm bedanken.
Die Bilder dieses Hauses stelle ich auch auf die homepage.
Die Mädchen können ihr Glück kaum selbst erfassen, dass sie nun ein sicheres Leben und eine Schulausbildung erfahren.

Die betten haben noch keine Matratzen und die Mädchen liegen auf dem rohen Eisen. Also lassen wir 10.000/- Rupien da, damit wenigstens 20 Matratzen gekauft werden können. Ich muss leider mit dem Geld haushalten.
Ich dokumentiere ja alles in meiner WhatsApp Reisegruppe und : schwuppsddiwupp : ich kann noch die restlichen Matratzen vor Ort kaufen lassen, da das Geld aus Luzern dafür gespendet wurde. Danke Katrin.

22. Februar 2025
Genau vor einem Jahr waren wir auch in Podili. Die Kinder waren selbst gerade 4 Wochen in dem neuen foster home und es gab unsaglich viele Tränen, da das Schicksal der Mädchen uns alle so bewegte. Es tut gut die Mädchen sich entwickeln und heranwachsen zu sehen. Sie sind angekommen. Sie nennen und Mama und Papa, schmusen, drücken und küssen uns. Sie lieben ihre Fatima Schwestern und gehen gern in die Schule. Ausgerechnet unsere kleinste, Susmitha, deren Papa ja schon gestorben ist, verliert nun auch noch ihre Mutti an Tuberkulose. Das dritte Kind in einer Woche, welches ein Elternteil in diesem Jahr an TB verloren hat.

Wir begleiten noch um 5 (morgens)die Kinder zum Gebet und fahren dann am 23.2.2025 weiter nach Proddatur.
Hier tragen die Kinder noch die gleichen Kleider wie 2023. Alle sind sehr glücklich. Sie halten uns fest, möchten nicht, dass wir wieder gehen. Und wieder werden Überraschungseier und Päckchen mit Hygieneartikel verteilt. Und wieder freuen sie sich.
Wir halten uns hier leider nur kurz auf und fahren 7 weitere Stunden, um nach Ramadurgam zu kommen. Das heißt wir verlassen den Bundesstaat Andra in den Bundesstaat Karnataka.
Ich betone das, weil es nicht wie bei uns in Deutschland ist, dass man einfach von Bundesland zu Bundesland fährt. Nein es nennt sich ja Bundesstaat. Und deshalb ist es tatsächlich wie bei uns früher in Europa. Es sind Grenzen.

Ich habe wirklich noch kein übleres, schmutzigeres village erlebt als Ramadurgam Es stinkt. Überall steht modriges Wasser. Die Menschen verrichten ihre Geschäfte überall. Setzten sich einfach vor dir hin, um es zu erledigen. Und natürlich ist es irre heiß. Das Dorf ist in der Hand von Moslems und unsere Schwestern haben keine Chance und leben gefährlich. 2023 wurde sogar eine FS vergewaltigt und getötet. Ich berichtete letztes Jahr.

Da wir in der dunklen Nacht erst ankommen, übernachten wir hier.
Ich bringe am nächsten Morgen die Mädchen zum Schulbus, denn hier gibt es keine Schule. Die FS haben einen klapprigen Bus gekauft.
Auf dem Weg sagt eines der Mädchen zu mir: Mama du passt jetzt auf mich auf und wenn ich groß bin und du alt, passe ich auf dich auf.

Da musste ich weinen. Und immer wieder wird mir bewusst, wie gut es uns geht.

Die Kinder sind auf dem Weg zu Schule und wir fahren weiter nach Hospet. Aber zuvor gibt es auch hier noch einen Obolus für ein Picknick. Für uns lockere 4 Stunden. Hospet besuchen wir das dritte Jahr in Folge.
Hier haben wir 32 Mädchen. Es ist schön sie jedes Jahr wieder zu sehen. Und wieder bemalen sie unsere Hände mit Henna.
Es war eines der ersten foster bhome Häuser, welches wir unterstützten. Damals, also 2023, kauften wir Schränke, da die Ratten den Kindern alles zerstörten, weil sie es „anknabberten“. Auch gab es da noch nicht genug Betten und die Mädchen schliefen zu zweit auf 60 cm Liegefläche. Wir finanzierten die fehlenden Betten.
Noch immer finanzieren wir Kleider und Schulmaterial von „Kleinspenden in bar“ welche ich von unseren lieben Patienten immer wieder zugesteckt bekomme. Auch hier einmal vielen lieben Dank. Jeder Cent ist eine indische Zukunft

Und wenn die lieben Mitmenschen, welche nicht verstehen, dass ich indische Kinder unterstütze, immer meinen, dies wäre die Aufgabe der indischen Millionäre. Hier ein schönes Beispiel. Es wird gerade von einem dieser Inder ein großer und kompletter Anbau zur Aufnahme weiterer Mädchen finanziert. Und auch die Zukunft dieser Mädchen stellt dieser Inder sicher. Der IR wird hier nie etwas dazugeben müssen.

Immer wieder hören wir auch in unseren foster homes: dies wurde von indischen Mitmenschen finanziert. Auf meinen Fotos sehen Sie die Mädchen meist in wunderschönen (Synthetik) Kleidern. Auch diese werden von einheimischen Sponsoren finanziert und dienen für die Tänze (welche meist religiös sind).
Auf der homepage werde ich Ihnen die Kinder zuerst in schönen Kleidern und daneben in Alltagskleidern zeigen. Diese sind etwas mehr als Lumpen. Löcher, schmutzig (werden beim Waschen nicht mehr sauber) und verschlissen.
Übrigens wird noch immer im Freien auf dem Stein von Hand gewaschen. Und zwar jedes Kind seine eigenen Kleider. Nicht die Schwestern den Kindern.

 

Wir ziehen noch am 24.2.2025 weiter nach TB-Dam. Auch ein besonderes Haus. Wieder 14 Manipur Mädchen. Alle christlich erzogen. Zwischen 14-18 Jahre.
Sie gingen schon in Manipur zur Schule. Sie könnten eigentlich von ihren Eltern erzogen werden. Wären da nicht die Unruhen in Manipur. 4 von Ihnen möchten wieder zurück. Aber nur weil sie Heimweh zur Familie haben. Diese Mädchen sterben lieber als die Familie nicht mehr zu sehen.
Im Übrigen ist eine 14-Jährige in Indien schon fast erwachsen. Ich glaube, dass Sie selbst wissen, dass viele Kinder in diesem Alter in Indien schon verheiratet werden. Obwohl es absolut verboten ist. Aber oft doch die Rettung für die Mädchen. Sie müssen dann wenigstens nicht auf der gefährlichen Straße leben.
Auch hier bekommen die FS gerade von einem Inder Waschräume und Toiletten gebaut. Wenn auch im Freien. Aber wenigstens nicht mehr Wasser auf dem Brunnen.

Am 25.Februar 2025 geht es weiter nach Kalhalli little Flower. Und zwar morgens um 4 Uhr (bei Ihnen 23.30) Genau vor einem Jahr durften wir bei der Grundsteinlegung des Anbaus der Schule dabei sein.
Und dieses Jahr bei der Einweihung. Unbedingt, wenn möglich, sich die Bilder anschauen.

Wir fahren weiter. Jeden Tag 2 Häuser. Geschlafen wird hauptsächlich eng aufeinandersitzend im Auto. Es ist trocken heiß. Und es ist wirklich anstrengend. Erst, wenn wir noch 7 Tage Urlaub machen, holen wir den Schlaf nach bzw. merken wir wie wenig wir geschlafen haben.
Und auch immer wieder, wenn ich meinen Bericht für Sie schreibe, bemerke ich erst wie viel wir erlebt haben. Und vor allem welche Tragweite.

Die FS verdienen mit der katholischen Kalhalli Schule im Verhältnis viel Geld. Tatsächlich sind in Indien die „Katholischen Schulen“ die besten und daher sehr beliebt.
Alle Religionen bringen ihre Kinder hierher. Und wer weniger Geld hat, muss weniger bezahlen. Nächstenliebe.
Wir bekommen hier den Benefactor Preis verliehen. Dieser Preis betrifft die fast 300 Kinder der foster homes.
Auf dem Weg vom Boarding house zu der Schule überrede ich noch den Don Bosco Priester doch in Zukunft bitte meine FS zu unterstützen. Don Bosco (Italien) ist die männliche Institution zu Mother Theresa. Unglaublich viel Geld.
Er verspricht in Zukunft meine Schwestern mit deren Fahrer und Auto zu unterstützen. Denn meine FS haben keinen fahrbaren Untersatz und müssen alles zu Fuß zurücklegen.

Um 10 Uhr geht es weiter nach Joida. 7 Stunden durch den Dschungel. Und endlich sahen wir einen : wilden TIGER

Joida ist mitten im Dschungel und das Grundstück für dieses Haus wurde erst vor ein paar Jahren gerodet. Dabei sieht das Haus aus als ob es 100 Jahre alt wäre. Gebaut aus Kuhdung.
Kaum angekommen, waren unser Fahrer Sleewa und mein Mann auch schon wieder weg. Mit dem Moped auf der Suche nach Süßigkeiten und Eis. Und auch fündig geworden. Sie mussten zwar mehrere Straßenshops aufsuchen, aber was soll´s.

Wir schmusen mit den Kindern und verteilen auch wieder unsere Überraschungspakete.
Noch 4 Wochen und der Monsun wird kommen. Das Dach ist nicht dicht. Es wurde mit alten Asbestplatten gedeckt. Weiß nicht woher sie die hatten. Ratten und Schlangen kommen rein. Und wenn es beim Monsun feucht wird, werden wir bestimmt wieder Kinder verlieren. Diesmal kann ich nicht großartig helfen. Aber wir haben von einem in Deutschland lebenden Inder 1.000 € bekommen. Und diese werde ich hier einsetzen. Die FS holen bereits ein Angebot ein und senden es mir per mail zu.

Hier haben die Mädchen etwas sagenhaftes auf die Beine gestellt. Sie selbst schreiben:

Die Kindheit ist eine einzigartige Phase der menschlichen Entwicklung und eine kritische Phase, um uns auf unser Leben vorzubereiten. Daher sind wir dankbar, ein Mitglied der foster home Familie zu sein und dass Joida eine Heimat für solche, wie wir, ist.

Wir wurden hier herzlich willkommen und darum starteten wir ein Kinderparlament.
Minister für Ernährung: damit jeder von uns ausreichend zu Essen bekommt und nichts im Abfall landet
Minister für Gesundheit: dessen Pflicht ist es, zu sehen, ob jemand krank ist. Es der FS zu melden und aufpassen, dass sich um dieses Mädchen gekümmert wird.
Erziehungsminister: hier muss aufgepasst werden wo es Schwierigkeiten beim Lernen gibt und es muss umgehend geholfen werden. Support classes: Nachhilfe
Letztendlich noch Reinigungsminister: Sie müssen aufpassen, dass alles ordentlich gereinigt wird und sauber ist

Einmal in der Woche ist Parlamentssitzung. Hier hat die Opposition die Gelegenheit zu melden, wenn die Pflicht der Minister nicht erfüllt wurde.

Super, oder ? Kinder von 6-14 Jahre


Aber wir übernachten 1 km entfernt im Haus der Behinderten. Im Feuchten und Modrigen. Unsere Zimmergenossen sind Mosquitos und Echsen. Vor den Fenstergittern -Scheiben gibt es keine- halten uns die Languren (große Affen) auf Trapp. Geschlafen haben wir nicht. Holen wir im Auto nach.
Können Sie sich noch erinnern. Das Mädchen, welches Jahre mit den Tieren im Wald lebte. Sie läuft jetzt etwas aufrechter. Sie isst noch immer nur auf dem Boden. Sie möchte weiterhin nicht sprechen lernen. Sie lebt nicht in dieser Welt.
Und die Frau, deren Kinder und Ehemann durch die Machete ihres Nachbarn um Leben kam, ihr selbst auch der Arm mit der Machete abgetrennt wurde, starb im letzten Mai schließlich dann doch an TB. Es ist grauenhaft zu sehen, was hier für Menschen leben müssen. Kein Gehirn funktioniert hier noch. Die Schwestern leisten Höchstarbeit.


Am frühesten Morgen geht es zurück nach Hoskote. 12 Stunden Fahrt durch die Hitze und den Dschungel. Wir sehen noch einmal unsere Kinder im Haupthaus von Bangalore. Für die gibt es jetzt auch Überraschungseier und Eis, denn bei unserer Ankunft bekamen diese ja Haribo Gummibärchen. Wir packen unseren zweiten Rucksack, denn am übernächsten Tag geht unsere foster homes Reise zu Ende. Und die ganze Zeit reisten wir mit einem Rucksack, da nicht genug Platz im Auto war für den Zweiten.


Und was machen wir am Tag dazwischen?

Wir starten morgens um 5 Uhr nach Dharkast. Dharkast gehört zu Chennai, Bundesstaat Tamil Nadu.
Insgesamt an diesem Tag 800 km, um 50 Corona Halb/Waisenkinder zu treffen.

Ich bemerke von Anfang an zurückhaltende Mädchen. Ich weiß nun auch warum. Tatsächlich -ich weiß nicht warum- sind hier die FS sehr viel strenger. Ich kann schon beinahe behaupten: sie schupfsen die Kinder rum. Werde es mit Sr. Florence besprechen. Sie muss die Garde austauschen. Sie soll diese Schwestern in die Mission senden. Es sind leider auch durchweg schon ältere Schwestern.

Zum Schluss tauen sie doch noch auf und jedes Mädchen möchte von uns geküsst und gesegnet werden.
Das Kreuz um den Hald hat uns viele Tore in Indien geöffnet. So zum Beispiel:
In Tamil Nadu hätte unser Fahrzeug nicht fahren dürfen, weil es einen Vorbau hat. In Bundesstatt Andra und Karnataka braucht man den aber, weil man öfters selbst rausgezogen werden muss oder ein anderes Fahrzeug im Dschungel damit befreit.
Also wird unser Fahrer angehalten und man möchte eine Geldstrafe kassieren: als man unsere Kreuze sieht, sagt der Polizist lapidar go uns lässt uns weiterfahren.

Es geht zurück nach Bangalore. Hier werden wir in einem kleinen Hotel am Flughafen rausgelassen. Unser Flug nach Trivandrum geht den nächsten Morgen um 6. D.h. um Drei Uhr aufstehen.

Wir verabschieden uns von den Fatima Schwestern und versprechen die foster homes 2026 wieder zu besuchen. Vielleich zeitlich besser getaktet, denn auch wir werden älter.

Aber dennoch am 15.Mai 2025 kommen wir nach Indien zurück. Nach north-east wo 300 weitere Kinder auf uns warten.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Paten und Spendern, beim Indischen Honorarkonsul, bei Sabine Zoller (für die Benefizkonzerte), bei meiner Familie (die durch meine Arbeit beim IR viel Rücksicht nehmen muss) und bei den Fatima Schwestern.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich durch deren Hilfe das alles gar nicht bewältigen könnte.

Auch die Inder haben in den letzten 15 Jahren viel auf die Beine gestellt. Es werden Straßen gebaut. Überall. In den Städten einfach auf Brücken damit man keine Häuser zerstören oder wegnehmen muss. Die Eisenbahnschienen werden überall erneuert. Weitere Netze und Flughäfen ausgebaut.
Hierdurch entstehen Arbeitsplätze. Dumm ist nur, dass die Väter aus den Dörfern dadurch ihre Familien verlassen und die Frauen alleinerziehend sind. Da sie das nicht stemmen können, sind die Kinder die Leidtragenden und landen in unseren Heimen. Tatsächlich bekommen die Arbeiter auch immer eine Unterkunft -wenn auch nicht besonders gut- nahe ihrer Baustelle gestellt. Im Gegenteil zu Deutschland fährt die Bahn hier übrigens überpünktlich. Die Schulpflicht wurde eingeführt. Jede Familie bekam vom Staat Geld für eine WC-Anlage. Die Frauen dürfen ab dem 3. Kind abtreiben. Jeder Schwangeren steht eine Hebamme zu. In größeren Orten arbeiten nun Männer und Frauen und haben daher ein besseres Einkommen. Natürlich klappt dies in den Dschungeln weiterhin nicht. Diese Menschen sind zu weit weg der indischen Zivilisation. Da muss noch von Außen geholfen werden.
Aber bei fast 1,5 Milliarden Einwohnern wird es dauern bis alles läuft. Es bleibt jedoch das Problem, das PM Modi ein Hinduland möchte. Also Christen und Moslems sollten vertrieben werden.


Bis zu meinem nächsten Reisebericht verbleibe ich

Mit einem
NAMASTE

Eure / Ihre

 

Alexandra Nowack
Vorsitzende Indischer Regenbogen e.V.

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